IMHO: nVidias neuer Dienst GeForce Now

IMHO: nVidias neuer Dienst GeForce Now

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GeForce Now ist zum 01.10.2015 an den Start gegangen und bringt für 9,99 Euro pro Monat per Streaming ähnlich wie Netflix Filme auf den Bildschirm ausliefert nun Spiele auf Shield kompatible Geräte. Derzeit umfasst die Bibliothek ca. 50 Titel und soll in Zukunft erweitert werden, allerdings sind neuere Spiele meistens nicht im Abopreis enthalten und müssen zusätzlich bezahlt werden. Aufpreis kosten unter anderem nachfolgende Titel: The Witcher 3: Wild Hunt, Metro Last Light Redux, MotoGP 15, Resident Evil: Revelations 2 und demnächst auch Mad Max, Mittelerde: Mordors Schatten und LEGO Jurassic World. Die Kosten für die genannten Titel liegen einmalig zwischen 19,99 und 59,99 Euro. Die ersten 3 Monate des Abos sollen kostenfrei sein. Ausgeliefert wird der Stream in 1080p mit 60 fps, was eine entsprechend performante Internetanbindung voraussetzt.

Hört sich auf den ersten Blick alles ganz nett an, aber ich bin der Meinung dass es sich dabei nur um einen weiteren Schritt in Richtung der vollen Auslieferung des Kunden in die DRM Kracke handelt. Denn hier erhält man tatsächlich nur ein Nutzungsrecht für die Spiele im Rahmen einen Abonnements und die Spiele werden nicht mehr lokal auf dem Gerät gespeichert. Sollte also irgendwann Nvidia entscheiden bestimmte Lizenzen mit Publishern nicht mehr zu verlängern, dann sind die Spiele einfach weg aus der Bibliothek, vermutlich auch wenn es sich dabei um zusätzlich bezahlte Titel gehandelt hat. Darüber hinaus hat man ebenfalls kein Nutzungsrecht mehr an den Spielen, wenn man das Abo beendet. Grundsätzlich erinnert dieses Geschäftsmodell an die Firma OnLive, welche im Jahre 2015 seine Pforten schließen musste und ebenfalls Spiele-Streaming im Abo-Modell angeboten hat.

An dieser Stelle werde ich noch einmal die Vor-/Nachteile des Angebotes zusammenfassen.

Vorteile:

  • neuere Spiele können auch auf nicht allzu leistungsstarken Geräten zum Laufen gebracht werden
  • vorhandene Spiele in der Bibliothek sollten immer auf dem neusten Patchstand sein ohne Zutun des Users

 

Nachteile:

  • bei Serverausfällen im Rechenzentrum oder Leitungsstörungen bei der eigenen Anbindung steht der Dienst und somit keine Spiele zur Verfügung
  • beschränktes Angebot, sowie zusätzliche Kosten bei aktuellen Titeln
  • eine performante Internetanbindung, welche in Deutschland nicht flächendeckend vorhanden ist, wird vorausgesetzt um das Potenzial von 1080p@60 fps voll ausschöpfen zu können
  • Spiele stehen nach Beendigung des Abonnements nicht mehr zur Verfügung
  • Spiele werden aus der Bibliothek entfernt, sofern Nvidia bestehende Lizenzverträge auslaufen lässt und nicht verlängert
  • Latenz-/Delay-Probleme in der Steuerung der Spiele, welche durch die Streaming-Technologie sowie die Paketlaufzeiten durchs Internet entstehen
  • Always-On Zwang, da ohne Online Verbindung kein Streaming möglich ist

 

Persönlich würde ich nie ein solches Abonnement abschließen, da ich gerne meine Titel lokal auf meinem PC besitze und diese auch behalten möchte sofern Lizenzen auslaufen. Darüber hinaus gefällt mir nicht der Gedanke, das darüber noch mehr Auswertungen bezüglich meines Spiel und Nutzungsverhalten gefahren werden können. Außerdem bin ich der Meinung, dass langfristig gesehen, das Abonnement mehr kostet, als die Titel die man gezielt kauft, denn die Abonnement-Bibliothek wird auch Titel enthalten, die man niemals spielt, weil man sich für die Titel nicht interessiert. Sicherlich wird es auch „Liebhaber“ für ein solches Geschäftsmodell geben, da es ähnlich bequem ist, wie auch die anderen DRM Plattformen (Steam, Origin, Uplay usw.) und für viele User die gefühlten Vorteile (Auto-Patching, All-in-One Programm usw.) die Nachteile überwiegen, aber der User sollte sich immer vor Augen halten, dass er mit der Unterstützung solcher Geschäftsmodelle immer mehr entmündigt wird und die Entscheidungsmöglichkeiten sinken, was spezielle Versionen von Spielen (Uncut, Sprachversionen, usw.) angeht. Ich hoffe, dass dieses Geschäftsmodell sich auch weiterhin nicht im PC Gaming Markt durchsetzt und evtl. auch ein paar mehr Spieler sich sensibilisieren in Sachen DRM und nicht nur die Vorteile aus den DRM Plattformen erkennen, sondern auch den Weg in die Entmündigung, da im Gegensatz zu früher nicht mal ein volljähriger Spieler alles spielen kann, was er möchte. Denn Plattformen wie Steam, Origin usw. treffen für uns die Entscheidung, was wir kaufen und spielen dürfen. Ein aktuellerer Vertreter aus der Kategorie ist zum Beispiel der Surivial-Shooter Dying Light, welcher auch für einen volljährigen Spieler aus Deutschland nicht per Steam Store erwerbbar ist und auch nicht per ausländischen Steamkey aktivierbar ist. Bevor es DRM Plattformen wie Steam gab, war dies nie ein Problem, da das Spiel als Disketten-, CD- oder DVD Version ohne weiteres unter der Ladentheke oder aus dem Ausland erworben werden konnte gegen entsprechenden Altersnachweis und sich dann installieren ließ. Heutzutage lässt sich eine im Ausland erworbene Spiele-Version im Regelfall nicht mehr aktivieren, da z.B. Steam anhand der IP Adresse, Browser-Sprache usw. erkennt, dass es sich um einen deutschen Account handelt und den Zugriff auf das Spiel sperrt und sollte man versuchen diese Sicherungsmaßnahme zu umgehen, weist die EULA von Steam dezent daraufhin, dass dies zum Verlust des Accounts führen kann.

Dies sollen mal meinen 5 Cent zu dem Thema sein. Ich bin gespannt auf eure Meinungen zu dem Thema. Hinterlasst einfach etwas in den Kommentaren oder fangt eine Diskussion im Forum an.

 

 

 

 

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