IMHO: Netzneutralität – Das zwei Klassen Internet für Spieler, Streamer und Zuschauer

IMHO: Netzneutralität – Das zwei Klassen Internet für Spieler, Streamer und Zuschauer

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Kaum ist die EU Verordnung zur Netzneutralität durch das Europaparlament verabschiedet, bestätigen sich auch bereits die ersten Befürchtungen der Kritiker, denn die Telekom kommuniziert offensiv zukünftige Businesspläne, welche genau die Befürchtungen der Kritiker bestätigen. In diesen Businessplänen kommen auch wir – die Streamer, Zuschauer und Online-Spieler – vor, für die es bereits Pläne gibt, um uns indirekt doppelt zur Kasse zu bitten. Die Vodafone stimmt der Telekom zu und hält diese Art von Businessplänen für legitim.

Zum einen zahlt man für seinen Internetanschluss und zum anderen wird man in Zukunft als Endkunde auch die Kosten tragen müssen, welche die Telekom den Diensteanbietern wie z.B. Twitch, Youtube, Hitbox, Vimeo, Netflix, Watchever, EA, Ubisoft, Valve (Steam) usw. auferlegt, denn diese Unternehmen werden die Kosten an den Endkunden weiterreichen, um ihrerseits keine Gewinneinbußen zu haben. Somit werden voraussichtlich auch Abos bei Netflix, Youtube Red und anderen Content Plattformen zukünftig teurer werden oder Plattformen, welche derzeit kostenfrei nutzbar sind ein Abosystem einführen. Wenn sie diesen Obolus nicht an die Telekom zahlen, wird unverblümt angedeutet, dass es dann dazu führen kann, dass ein Dienst nicht in seiner vollen Qualität verfügbar sein wird. Heißt eben auch, dass der Ping bei Online Spielen für Telekom Kunden sowie Kunden anderer Anbieter, welche das Telekomnetz nutzen, schlechter ist, wenn der Publisher keinen Obolus für die „Spezialdienste“ an die Telekom entrichtet oder das Videostreams von Twitch, Hitbox und Netflix buffern, weil die Plattform keinen Obolus an die Telekom entrichtet. Genauso wird es auch für die Contentersteller (Streamer) Auswirkungen geben, wenn die RTMP Datenströme in Richtung Streamingplattform nicht mehr neutral behandelt werden, sondern als „Spezialdienst“ angesehen werden, denn das könnte zu Aussetzern und anderen Störungen im Stream führen. Um dieses Problem zu lösen werden vermutlich auch künftig die Streamer eine Art Abo bei ihrer Streamingplattform abschließen müssen, damit die „Spezialdienste“ bei den Datenmengen finanziert werden können.

Da klingen Tweets von Günther Oettinger zum Thema Netzneutralität vollkommen Welt fremd und so als wenn er selbst nicht erfasst hat, was die neue Verordnung für zukünftige Früchte tragen wird. Irgendwie kommt einem da auch in diesem Zusammenhang wieder #Neuland ins Gedächtnis zurück.

Fest steht, dass egal wie die Telekom sich tatsächlich entscheidet am Ende der Endkunde die Kosten tragen wird für die „Spezialdienste“ und damit die Internetgesellschaft in zwei Lager geteilt wird, nämlich in den Teil der sich die Bezahlung von Abos leisten kann und den Teil der sich neben dem Internetanschluss keine weiteren Kosten erlauben kann. Bedeutet auch, dass die Informationen des Internets nicht mehr diskriminierungsfrei für jeden Menschen zugänglich sind. Darüber hinaus kann dann von einem weiteren Breitbandausbau in Deutschland abgesehen werden, denn was nützt es wenn 85% der Bevölkerung schnelles Internet haben mit Bandbreiten von ~ 50 MBit, aber sich nicht die Abos für die jeweiligen Dienste leisten können, weil das Portemonnaie die zusätzlichen Kosten nicht mehr hergibt. Das wäre so als wenn ich einen Ferrari habe, aber mir nicht die Maut für die privatisierte Autobahn leisten könnte und somit bei allen anderen im Stau stehen würde. In dem Moment würde mir die ganze Leistung meines Ferrari auch nichts bringen und ich wäre trotz der möglichen Schnelligkeit des Autos genauso schnell wie alle Anderen. Der Fall der Netzneutralität und als nichts Anderes kann man die neue EU Verordnung bezeichnen, wird den Breitbandausbau mittel- bis langfristig schaden, denn die Nachfrage nach hochbitratigen Anschlüssen wird auf dieser Basis vermutlich nicht weiter steigen.

Wenn das Thema nicht so ernst wäre, dann könnte man fast drüber lachen, aber so löst es einfach nur Unverständnis aus. Das Thema hat noch wesentlich mehr Facetten, welche durchaus auch relevant sind, allerdings würde dies den Rahmen meines Artikels sprengen. Es sollte viel mehr punktuell über die zukünftig für uns Spieler, Streamer und Zuschauer relevante Dingen informieren. Darüber hinaus spiegelt es meine eigene Meinung und meine Gedanken zu dem Thema wieder. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch eure Gedanken zu diesem Thema in den Kommentaren hinterlasst. Ich bitte allerdings darum sachlich zu bleiben.

Wer weiterführende Informationen zum Thema sucht, findet unter nachstehenden Links diverse Informationen.

Gamestar
Spiegel Online
Die Zeit
Telekom

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